
An dieser Stelle möchten wir Sie über historische Fakten unserer
Feuerwehr informieren. Dabei möchten wir uns ganz herzlich beim Stadtarchiv
der Stadt Recklinghausen und im besonderen bei Herrn Anton Winter bedanken,
der uns mit Rat und Tat zur Seite stand. Der Großteil der hier gezeigten
Bilder entstammt dem reichhaltigen Fundus unseres Stadtarchivs. Für
eine größere Ansicht der Bilder, klicken Sie bitte auf diese.
| Am
17. Februar 1878 gründeten mehrere Bürger der Stadt
Recklinghausen in der Gaststätte "Märkischer Hof" die
Freiwillige Feuerwehr Recklinghausen. Diese Gemeinschaft war der
Ursprung des heutigen Löschzug
Altstadt. Nach vielen Bränden im ganzen Land hatte sich
die Idee einer Feuerwehr in weiten Teilen der Bürgerschaft
verfestigt. Dabei waren noch die Gedanken einer Turnerfeuerwehr
am weitesten verbreitet. Der erste Leiter der Feuerwehr war der
Steuereinnehmer, Hauptmann a.D. von Weddel, der am 16. Februar
1878 durch den Magistrat der Stadt bestellt wurde. Damals hatte
die Stadt Recklinghausen rund 5500 Bürger, und das Personal
der Verwaltung umfasste nur einen Bürgermeister, einen Rendanten,
einen Gehilfen und einen Polizeidiener. Die Ausrüstung umfasste
lediglich drei Wasserkuppen und Eimer sowie mehrere Leitern und
Brandlaken, die auf einem zum Gerätewagen umfunktionierten
Karren verlastet waren. |
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Schon am 27.
Juli 1878 kam es zum ersten Brandeinsatz der neuen Feuerwehr,
als nach einem Blitzschlag bei einem Wirt in der Altstadt ein
Brand ausbrach. Am 29. März des Jahres 1890 kam es dann zum
ersten dokumentierten Großeinsatz für die noch junge
Feuerwehr. Am Paulsörter wurden 20 Häuser und der Turm
der Petrinum-Gymnasialkirche durch ein Feuer in Schutt und Asche
gelegt.
Am 10. April des Jahres 1894 wurde dann die "Freiwillige Bürgerfeuerwehr
Recklinghausen-Bruch" gegründet, welche im Jahre 1904 in
"Freiwillige Feuerwehr Recklinghausen-Süd"
umbenannt wurde. Damit verfügte 1894 die Feuerwehr Recklinghausen
über 117 Männer (Altstadt mit 70 und Süd mit 47
Mann). |
Dieses Bild des Löschzuges
Altstadt wurde um 1903 im Hof des damaligen Rathauses am Altstadtmarkt
aufgenommen. Damals waren dort auch die Geräte der jungen Feuerwehr
untergebracht. Heute steht dort ein Drogeriemarkt.
Als Folge eines Brandes vom 18. November
1902 wurde ein Jahr später bessere Ausrüstung für die
Feuerwehr im allgemeinen und ein Gerätewagen für die Feuerwehr
in Süd im besonderen bestellt. Bei dem Feuer wurde das Kurhaus
im Stadtteil Grullbad zerstört. Der damit verbundene wirtschaftliche
Schaden für die Stadt war enorm. Man erkannte, dass eine gute Feuerwehr
auch dem Schutz von wirtschaftlichen Gütern dienen kann, welche
für das allgemeine Wohl einer Gemeinde mitverantwortlich sind.
Die Löschzüge Altstadt und Süd erhielten im Rahmen dieser
Aufrüstung jeweils eine pferdebespannte Rettungsleiter mit einer
Steigehöhe von 16 Metern. Für damalige Verhältnisse ein
technisches Meisterstück. Im Jahre 1907 kamen dann noch zwei pferdebespannte
Gerätewagen hinzu.
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Ebenfalls
im Jahre 1907 kam es am 27. Mai zu einem Großbrand im Restaurant
Feldhoff am Holzmarkt, bei dem erstmals auch Wehren aus den Nachbarstädten
zur Hilfe eilten. Außerdem wurde ein Mann zum Führer
der Gesamtwehr ernannt, der sich in den nächsten Jahren um
die Feuerwehr sehr verdient machen sollte: der städtische
Baurat Martin Sopp (hier rechts im Bild). |
Am
9. Februar 1909 wurde dann der dritte Löschzug mit 44 Wehrmännern
in der Stadt Recklinghausen gegründet: der Löschzug
Ost. Am 7. November des selben Jahres wurde das neue Depot
am Herzogswall an die Feuerwehr übergeben. Martin Sopp konnte
in seiner Funktion als Bauleiter in der Bauphase viele Verbesserungen
am Gebäude durchsetzen.
Das Jahr 1910
bringt weitere Errungenschaften für die Feuerwehr mit. Der
Löschzug Ost erhielt eine Gerätehalle
und die Altstadtwehr eine Drehleiter mit 22 Metern Steigehöhe.
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In der
Zeit des ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918 wurde der Brandschutz
durch Gymnasialschüler und Handwerkslehrlinge sichergestellt,
weil viele Männer der aktiven Wehr zum Militär eingezogen
wurden. Nach dem Kriege brauchte man bis zum Jahr 1921, bis man
neues Gerät für die Wehr kaufen konnte, da ganz Deutschland
unter den Folgen von Krieg und Rezession litt: Eine neue Gasdruckspritze
wurde für die Altstadtwehr und eine 22 Meter hohe Balance-Drehleiter
mit Kohlensäureantrieb für Süd wurde gekauft. Zu
diesem Zeitpunkt hatte Recklinghausen bereits rund 60000 Einwohner
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| Von da
an ging die Weiterentwicklung der Feuerwehr viel schneller. So beschließt
der Rat der Stadt am 4.Juli 1924 die "Automobilisierung" der Feuerwehr.
Bereits 1925 wurden für die Züge Altstadt und Süd
zwei automobile Löschzüge sowie eine elektrische Brandmelde-
und Alarmierungsanlage bestellt. Mit dieser Anlage wurden die Wohnungen
aller Feuerwehrmänner innerhalb der Stadt verkabelt. Im Gegenzug
gab es mehrere Meldestellen in der Stadt, von denen Bürger
ein elektrisches Signal an die Feuerwehr senden konnten, um die
Feuerwehr zur Hilfe zu rufen. Im
Jahre 1926 wurden die damaligen Ämter Suderwich,
Hochlar und Speckhorn
in die Stadt Recklinghausen eingemeindet. Damit wuchs die Einwohnerzahl
auf 86106 Bürger. |
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Die Gerätehäuser
in den neuen Stadtteilen wurden noch im selben Jahr ausgebaut. Zeitgleich
bestätigte zum ersten Mal das Regierungspräsidium in Münster
den Status der Freiwilligen Feuerwehr.
Der bis dato größten
Einsatz forderte die Feuerwehr am 30. Juli 1929, als der Dachstuhl des
alten Prosperhospitals brannte. Durch den Einsatz aller Züge und
weiterer Nachbarwehren konnte das gesamte Krankenhaus evakuiert und weiterer
Sachschaden minimiert werden. Im folgenden
Jahr ist die Altstadtwehr voll motorisiert und verfügt über
eine Magirusdrehleiter mit 25 Metern Steighöhe. Dieses Fahrzeug ist
bis heute erhalten und befindet sich noch immer im Eigentum unserer Stadt.
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten
wird die Feuerwehr mit der Polizei gleichgeschaltet und erhält den
Status einer Feuerlöschpolizei. In den Jahren des folgenden zweiten
Weltkrieges wird der Brandschutz wieder mit Schülern und Lehrlingen
sichergestellt. Nachdem am 1. April 1945 unsere Stadt durch US-Truppen
befreit wurde, kamen einige Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände
abhanden, so dass der neue Stadtbrandmeister Wilhelm Schürk viel
zu tun hatte, um die Wehr neu zu organisieren. Dabei musste er sich auch
gegen die britische Militärregierung durchsetzten. Diese versuchte
gegen den Willen von Rat und Bevölkerung eine Berufsfeuerwehr einzurichten.
Erst im Jahr 1947 wird die Wehr aus der Polizeiverwaltung ausgelöst
und dem Amt 52 der Stadtverwaltung angegliedert. Man verfügt über
11 Löschfahrzeuge, einen LKW und ein Krad sowie 3 Krankenwagen. Insgesamt
standen der Feuerwehr 140 ehren- und 10 hauptamtliche Feuerwehrmänner
zur Verfügung.
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Am 16. Dezember 1948 wurde
für die Angelegenheiten der Feuerwehr ein eigener Ausschuss
gegründet, der bis vor wenigen Jahren seine Arbeit versehen
hat. Seither die Belange der Feuerwehr in einem Ausschuss zusammen
mit Straßen- und Tiefbau sowie Verkehr organisiert.
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In
den Jahren von 1951 bis 1975 verfügte unsere Feuerwehr auch
über einen eigene Musikzug, der sich aus Musikern aller Züge
zusammensetzte. Leider wurde er mangels Nachwuchs aufgelöst.
Bei einer Gasexplosion auf
der Dortmunderstraße kamen 1958 kurz nach dem traditionellen
Nikolausumzug vier Menschen um. Acht Menschen wurden zum Teil
durch Hochgeschleuderte Gullydeckel schwerstverletzt.
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1960 wurde durch den damaligen Oberbürgermeister
Heinrich Auge und Stadtbrandmeister Schürk das Neugebaute
Feuerwehrgerätehaus des Löschzugs Ost an der Castroperstraße
eingeweiht. Dieses Gebäude war bis zum Umzug in die neue
Feuer- und Rettungswache im Jahr 2002 in Betrieb.1960 hatte Recklinghausen
139731 Einwohner. |
1960 wurde
durch den damaligen Oberbürgermeister Heinrich Auge und Stadtbrandmeister
Schürk das Neugebaute Feuerwehrgerätehaus des Löschzugs
Ost an der Castroperstraße eingeweiht. Dieses Gebäude war
bis zum Umzug in die neue Feuer- und Rettungswache im Jahr 2002 in Betrieb.1960
hatte Recklinghausen 139731 Einwohner.
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Am
11. Juli 1966 geriet bei einem Verkehrsunfall auf der A2 ein Tankzug
mit 15000 Litern Benzin in Brand. Durch einen massivem Feuerwehreinsatz
und mit Hilfe aus den Nachbarstädten konnte die Explosionsgefahr
gebannt werden. Aber
bereits am 14. November des gleichen Jahres wiederholte sich bei
einer Massenkarambolage dieses Unfallszenario. Dabei kamen drei
Menschen ums Leben und über 40 Menschen wurden verletzt.
Doch auch wie im Juli konnte glücklicherweise die Explosion
des brennenden Tankzuges verhindert werden. |
Im Juli 1971 musste die Feuerwehr bei vier Einsätzen
zeitgleich Hilfe leisten. Dabei brannte unter anderem das Banizza-Haus
am Altstadtmarkt komplett aus. Der
1. August des Jahres 1971 brachte auch eine Veränderung der Verwaltung.
Die Feuerwehr wurde dem Stadtamt 38 angegliedert, welches unteranderem
für den Zivilschutz verantwortlich war.
Eine
tragische Gasexplosion in einem Jugendheim im Stadtteil Grullbad
kostete am 8. Oktober des Jahres 1974 drei tote und 10 verletzte
Kinder.
Das Bild rechts wurde
während der Aufräum- und Sicherungsarbeiten aufgenommen.
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Der Rat der Stadt
sprach sich am 16. Dezember 1974 für die Beibehaltung des
Status der Freiwilligen Feuerwehr aus. Das gesetzliche Fundament
wurde durch das Inkrafttreten des Feuerschutz- und Hilfeleistungsgesetz
(FSHG) am 1.1.1975 gelegt. Als andere Großstädte
keine Freiwilligen alleine für die Sicherstellung des Brandschutzes
mehr haben wollten beziehungsweise durften, erlaubte der Innenminister
von Nordrhein-Westfalen am 11. April der Stadt Recklinghausen,
den Sonderstatus einer Freiwilligen Feuerwehr beizubehalten.
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Am
1. Juli 1975 wurde dann die Jugendfeuerwehr
gegründet, um die Feuerwehrarbeit der Jugend nahe zu bringen
und um auch Nachwuchs für die aktive Feuerwehr auszubilden.
Bis heute finden sich immer mehr Jugendliche, die Spaß und
Interesse an der Arbeit der Feuerwehr haben. |
| Vom
15. Januar 1977 bis zum 1. Oktober 2002 wurde durch die Feuerwehr
der Stadt Recklinghausen auch die Kreisleitstelle für Feuer-
und Katastrophenschutz und Rettungsdienst betrieben. Mit der Fertigstellung
der neuen Feuer- und Rettungswache wurde diese Aufgabe endgültig
durch Beamte des Kreises übernommen, die nun im selben Gebäude
wie wir ihr Domizil gefunden haben. |
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